Primi Piatto, Coperto & Co: Die wichtigsten Begriffe der italienischen Gastronomie

Was bedeutet primi piatto, was ist coperto, welchen Kaffee bestelle ich? Unser Wegweise durch die italienische Gastronomie.

Was spricht für Italien als Reiseziel? Sehr viel: Strände, Kultur, Events, Städte – und das gute Essen. Tatsächlich speist man sogar in den günstigsten Trattorias meistens hervorragend. Einfach, weil für die Italiener gutes Essen und ein entspanntes Beisammensein unverzichtbar sind. Aber manchmal ist es nicht einfach, die Begriffe zu verstehen.

Vor allem die Menüabfolge mit primi piatto und secondo piatto kann verwirrden sein. Doch wer die wichtigsten Wörter auf der Speisekarte und in der Rechnung versteht, bewegt sich entspannter durch Trattorien, Osterien und Ristoranti und vermeidet Missverständnisse bei Bestellung, Menüfolge und Bezahlung.

CopertoGedeckgebührPauschale pro Person für Gedeck, Brot und Tisch, meist etwa 1,50 bis 3 Euro, erscheint als eigener Posten auf der Rechnung und ist kein Trinkgeld.
ServizioBediengeldServicezuschlag, der manchmal zusätzlich berechnet wird; wenn er auf der Rechnung steht, ist weiteres Trinkgeld in der Regel nicht nötig.
Il contoRechnungUm die Rechnung zu bitten, sagt man „Il conto, per favore“; sie wird nicht automatisch gebracht, man muss meist aktiv danach fragen.
PrenotazioneReservierungIn guten Ristoranti und beliebten Trattorien abends sehr empfehlenswert, oft sogar notwendig, besonders in Städten und bekannten Lokalen.
AperitivoAperitif / Ritual vor dem EssenFrüher Abend (ca. 18 bis 20 Uhr) mit Getränk und kleinen Snacks, soziales Ritual, ersetzt nicht automatisch das Abendessen.

Von Antipasto bis Dolce – die klassische Menüfolge in Italien

AntipastoVorspeise„Kalte oder warme Vorspeisen wie Bruschetta, Aufschnitt, Käse oder Gemüse.
PrimoErster GangGang mit Kohlenhydraten: Pasta, Risotto oder Gnocchi, zwischen Vorspeise und Hauptgang.
Secondo PiattoHauptgangFleisch- oder Fischgericht (Carne oder Pesce), meist ohne Beilagen.
DolceDessertSüßspeise am Ende des Menüs, etwa Tiramisù.
FruttaObstFrisches Obst als leichter Abschluss der Mahlzeit.
FormaggiKäseKäseauswahl

Getränke zum Essen: Acqua bis Digestivo

Acqua naturale / frizzanteStilles / sprudelndes Wassernaturale ist ohne Kohlensäure, frizzante mit
Vino della casaHausweinWein des Hauses, oft offen und in der Karaffe serviert, meist gut & günstig
Birra artigianaleCraft-Bierauch in Italien ein Trend.
DigestivoSchnaps zur Verdauungzum Beispiel Grappa, Limoncello, Amaro

Kaffee zum Essen – von Caffé bis Cappuccino

CafféEspressoAchtung: Wer in Italien einen „caffé“ bestellt, bekommt einen Espresso
Caffé macchiatoEspresso mit MilchschaumEspresso mit einem Klecks Milchschaum
Caffé correttoEspresso mit AlkoholEspresso mit Schuss, z.b. Grappa
CappuccinoMilchkaffee mit MilchschaumKlassiker zum Frühstück

Wichtige Begriffe auf italienischen Speisekarten

Das Bild zeigt eine italienische Nachspeise Panna Cotta
Panna Cotta (Foto Alexey Khaneft via unsplash)
Al denteBissfestGewünschter Garpunkt von Pasta, bei dem sie noch leichten Biss hat.
Alla cartaÀ la carteFrei aus der Karte wählen, im Unterschied zu einem fixen Menü.
Menù fisso / turisticoFestpreis-MenüMenü zu einem festen Preis mit mehreren Gängen, oft günstig, Achtung auf Touristenfallen!
Fatto in casaHausgemachtSelbst hergestellte Produkte, etwa Pasta, Desserts oder Kuchen.
StuzzichiniKleine SnacksKleine Knabbereien, die häufig zum Aperitivo gereicht werden, etwa Chips, Oliven oder Crostini.
Crudo / cottoRoh / gekochtAngaben vor allem bei Schinken: Prosciutto crudo ist luftgetrocknet, Prosciutto cotto gekocht.
PezzaturaPreis nach GewichtPreis wird nach Gewicht berechnet, etwa bei Fisch oder Bistecca.
SurgelatoTiefgekühltBedeutet, dass das Produkt tiefgekühlt war; in Italien muss Tiefkühlware auf der Karte gekennzeichnet werden.
Specialità del giornoTagesempfehlungTagesgericht oder Empfehlung der Küche, häufig auf einer Tafel angeschrieben.
Buon appetitoGuten AppetitWird in Italien oft weniger förmlich verwendet als im Deutschen.

Praktische Tipps für das Essen in Italien

  • Wer abends in einer beliebten Trattoria essen möchte, sollte zumindest in Städten wie Rom, Florenz oder Neapel eine Prenotazione in Betracht ziehen, da Lokale vor allem an Wochenenden und an oder vor Feiertagen schnell ausgebucht sind.
  • Beim Blick auf die Speisekarte helfen Begriffe wie Coperto, Servizio, Menù fisso oder Pezzatura, die Preisstruktur zu verstehen und unerwartete Zusatzkosten einzuordnen.
  • Für die Bestellung lohnt es sich, die klassische Menüfolge im Hinterkopf zu behalten und zu überlegen, ob nur ein Primo oder Secondo genügt oder ob ein vollwertiges Menü mit mehreren Gängen gewünscht ist.
  • Wer sich an lokale Trinkgewohnheiten hält – etwa Cappuccino am Vormittag, Aperitivo am frühen Abend und Digestivo nach dem Essen – erlebt italienische Gastronomie besonders authentisch. Tipp: Viele der alkoholischen Getränke gibt es heute auch in einer nicht-alkoholischen Version.

Foto oben von Clark Douglas auf Unsplash

Was ist der Unterschied zwischen Primo Piatto und Secondo Piatto?

Der Primo Piatto ist der erste Gang mit Pasta, Risotto oder Gnocchi, während der Secondo Piatto den Hauptgang mit Fleisch oder Fisch bezeichnet, meist ohne Beilagen.

Darf ich in Italien einen Cappuccino nach dem Essen bestellen?

Aber natürlich! So streng sind die Italiener nicht, vor allem gegenüber Reisenden haben sie ein Einsehen. Aber es stimmt schon: Cappuccino wird traditionell zum Frühstück und selten nach 11 Uhr oder zum Essen getrunken, viele Italienerinnen und Italiener bevorzugen danach einen Espresso.

Braucht man in Italien immer eine Reservierung im Restaurant?

Mittags oder in einfachen Bars und Pizzerien geht es oft ohne Reservierung, doch abends in beliebten Ristoranti und kleinen Trattorien ist eine solche Prenotazione (= Reservierung) besonders am Wochenende oder im August sehr empfehlenswert.