Carrara wird als Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst in der Toskana beworben – aus guten Gründen.
Die Region Toskana präsentiert in der Saison 2026 eine Neuausrichtung des Tourismus: Die Marmorstadt Carrara wird Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst, während neue Initiativen das entschleunigte Reisen entlang historischer Pilgerrouten und in traditionellen Thermalbädern fördern.
Carrara, die für den weißen Marmor der Apuanischen Alpen bekannt ist, trägt im Jahr 2026 den Titel der toskanischen Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst. Das Projekt „Carrara: seit 2000 Jahren zeitgenössisch“ soll die lange Tradition der Handwerkskunst mit neuer Kreativität verbinden. Von Mai bis Dezember 2026 verwandeln Ausstellungen, Installationen und Festivals wie „White Carrara“ die Stadt in ein offenes Forum für Kunst, wie in einer Aussendung betont wird. An spektakulären Kunstwerken mangelt es nicht, beispielsweise „David che guarda la luna“ (David, der den Mond betrachtet; unser Bild oben): Das 2017 von Eduardo Kobra geschaffene Wandbild ist als Hommage an Michelangelo Buonarroti gedacht; es befindet sich an dem Ort, an dem dieser vor rund 500 Jahren genau den Marmor für seine Skulpturen wie den David in der Galleria dell’Accademia in Florenz oder die berühmte Pietà im Petersdom im Vatikan beschaffte.
Gleichzeitig forciert die Region gezielt das Konzept des langsamen Reisens, besonders in den Sommermonaten. Die neu entwickelte „Wertecharta des Radtourismus“ legt dabei Grundsätze für ein nachhaltiges Reiseerlebnis fest. Der Schwerpunkt liegt auf der Entdeckung weniger bekannter Dörfer abseits der klassischen Routen und der umweltfreundlichen Fortbewegung zu Fuß, per Zug oder mit dem Fahrrad.
Fünf historische Pilgerwege, die von der Lunigiana bis ins Val d’Orcia führen, verbinden kulturelle Entdeckungen mit regionalen Speisen. Entlang der Routen begegnen Reisende Spezialitäten wie den einfachen Testaroli in der Lunigiana oder den süßen Panforte und Ricciarelli im Raum Siena. Im Wellness-Bereich gewinnt die traditionelle Hydropinotherapie an Bedeutung, bei der Mineralwasser gezielt getrunken wird. Zentren dieser Kurform sind unter anderem Chianciano Terme und Montecatini Terme.
