130 Primrose: neues soziales Restaurant in London

Am 8. Mai eröffnet in London 130 Primrose – das Restaruant beschäftigt Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind.

London bekommt im Mai 2026 ein neues Restaurant, das bewusst mehr sein will als eine weitere Adresse im Gastroführer: Mit 130 Primrose eröffnet in Primrose Hill ein Social-Impact-Restaurant, das Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung eine berufliche Perspektive in der Gastronomie bietet.

130 Primrose: soziales Konzept im Stadtteil Primrose Hill

„130 Primrose“ ist als Wohltätigkeitsorganisation unter dem Namen Home Ground CIO registriert. Ziel ist es, Menschen zu beschäftigen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind – unter anderem nach Zeiten in Notunterkünften, bei Freundinnen und Freunden („Sofa Surfing“) oder in unsicheren Wohnverhältnissen. Über Partnerorganisationen wie The Big Issue, Crisis oder Beam werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten vermittelt, die im Restaurant eine sechsmonatige, bezahlte Anstellung mit klarer beruflicher Perspektive erhalten. Neben dem Job sollen anerkannte Trainings und Qualifikationen den Einstieg in langfristige Beschäftigung in der Gastronomie erleichtern.

Der Name des Restaurants spielt auf die Adresse 130 Regent’s Park Road in Primrose Hill an, zugleich verweist „Primrose“ auf die lateinische Wurzel „prima rosa“ – die erste Rose – als Symbol für einen Neustart. Die Organisation plant mittelfristig, das Modell auf weitere Städte in Großbritannien zu übertragen und so eine breitere Quelle für qualifiziertes Personal in der Branche zu schaffen.

Starköchin Monica Galetti als Executive Chef

Kulinarisch steht das Projekt unter prominenter Leitung: Die aus britischen TV-Formaten wie „MasterChef: The Professionals“ bekannte Köchin Monica Galetti übernimmt als Executive Chef und fungiert darüber hinaus als Treuhänderin der Wohltätigkeitsorganisation. Sie hat das gastronomische Konzept entwickelt, während der Küchenchef Eric Zhang den Vollzeitbetrieb der Küche verantwortet. Galetti bringt Erfahrung aus der Spitzengastronomie mit und hat nach eigenen Angaben bereits länger mit Projekten für Menschen in schwierigen Lebenslagen gearbeitet.

Die Speisekarte von 130 Primrose ist als ganztägiges Angebot angelegt: Geplant ist eine moderne Brasserie-Küche mit mediterranen Einflüssen, später sollen auch Anklänge an Galettis Herkunft aus Samoa einfließen. Damit positioniert sich das Lokal zwischen klassischer Londoner Nachbarschaftsbrasserie und international geprägter Küche – mit bewusst niedrigschwelliger Atmosphäre, um ein breites Publikum anzusprechen.

All-Day-Dining in Primrose Hill

Das Restaurant liegt im Stadtteil Primrose Hill, unweit des gleichnamigen Parks, und adressiert sowohl Einheimische als auch Besucherinnen und Besucher, die London fernab der großen Einkaufsstraßen erleben möchten. 130 Primrose verfügt über rund 50 Sitzplätze im Innenbereich sowie zusätzliche Tische im Außenbereich an der Regents Park Road. Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr – serviert werden Frühstück, Mittag- und Abendessen. Tagsüber stehen neben warmen Gerichten auch Sandwiches und Salate auf der Karte, abends kommen eine Auswahl an Charcuterie und Käse hinzu. Die Preispolitik soll laut Initiatorinnen und Initiatoren so gestaltet sein, dass das Lokal für ein breites Publikum zugänglich bleibt und gleichzeitig faire Löhne und Ausbildungsmöglichkeiten für das Team finanziert werden können. Für den Monat nach der Eröffnung ist zudem eine Speakeasy-Cocktailbar im Souterrain geplant. Diese soll das Angebot am Abend ergänzen und zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze im Barbereich schaffen.

Home Ground CIO: Karrierechancen statt Einmalhilfe

Träger des Projekts ist die registrierte Wohltätigkeitsorganisation Home Ground CIO, die sich auf Beschäftigung und Ausbildung von Menschen mit Erfahrung von Wohnungslosigkeit in der Gastronomie spezialisiert. Im Fokus stehen voll bezahlte Stellen sowohl im Service als auch in der Küche, kombiniert mit strukturiertem Training und anerkannten Abschlüssen. Die Idee: Statt kurzfristiger Unterstützung soll ein stabiler Einstieg in die Arbeitswelt geschaffen werden, der langfristig zu festen Anstellungen in anderen Betrieben führen kann.