Die Route de l’Auxois in Burgund verbindet historische Städte, regionale Kulinarik und nachhaltige Erlebnisse zu einer kompakten Reise, die sich gut für ein verlängertes Wochenende ab Dijon eignet.
Ein verlängertes Wochenende im Burgund? Wir hätten da eine Idee: Die Route de l´Auxois verbindet kulinarische Genüsse mit geschichtlichen Eindrücken.
Auftakt in Dijon: Mittelalter, Senf und Stadtkultur
Dijon, ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Burgund, setzt mit seinem mittelalterlichen Stadtkern, dem Palais des Ducs et des États de Bourgogne und reich verzierten Bürgerhäusern den historischen Auftakt der Route. In den Gassen der Altstadt reihen sich Feinkostgeschäfte, Weinbars und Bistros aneinander, in denen der bekannte Dijon-Senf, regionale Charcuterie und Crémant de Bourgogne eine wichtige Rolle spielen. Die Stadt lässt sich gut zu Fuß erkunden, bevor es Richtung Westen nach Pouilly-en-Auxois geht, einem praktischen Einstiegspunkt in die Route de l’Auxois entlang des Canal de Bourgogne.
Lautlos unterwegs: Mit der Billebaude 3.333 auf dem Canal de Bourgogne
In Pouilly-en-Auxois beginnt einer der markantesten Abschnitte der Route: eine Fahrt mit dem elektrisch betriebenen Ausflugsschiff „La Billebaude 3.333“ auf dem Canal de Bourgogne. Das Boot startet im kleinen Hafen von Pouilly-en-Auxois und gleitet geräuscharm über den Kanal, passiert Schleusen und durchquert den beleuchteten Tunnel von Pouilly, der rund 3,33 Kilometer (also 3.333 Meter, wer das lieber in Metern messen will) lang ist und unter dem Ort verläuft. Für die Passage durch den Tunnel werden je nach Fahrplan etwa 30 Minuten veranschlagt.
Ausflüge je nach Lust und Laune
Je nach Angebot stehen kommentierte Ausflüge, Schleusenfahrten, zweistündige, halbtägige oder ganztägige Touren sowie Charterfahrten zur Verfügung; einige Fahrten lassen sich mit Radausflügen auf den Treidelpfaden kombinieren. Im Mittelpunkt steht entschleunigtes Reisen: Während das Boot nahezu emissionsfrei fährt, erfahren Touristinnen und Touristen mehr über den historischen Wasserbau, die Arbeit der Schiffer und die Bedeutung des Kanals für Burgund. Am Hafen ergänzt die moderne „Halle du Toueur“, ein Ausstellungsort für einen historischen Schleppkahn aus dem 19. Jahrhundert, den Einblick in die Technikgeschichte der Region.
Gourmetstopp in Pouilly-en-Auxois: Hôtel-Restaurant de la Poste
Nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt liegt das Hôtel-Restaurant de la Poste, das sich als kulinarische Adresse an der Route etabliert hat. Küchenchef Benjamin Linard, zuvor im Le Lassey im Château de Sainte-Sabine tätig, setzt auf eine regionale, naturverbundene Küche mit Kräutern und Wildpflanzen, Gemüse aus der Umgebung, Pilzen, Wild und Süßwasserfischen aus Burgund.
Die Menüs greifen klassische burgundische Aromen auf und interpretieren sie zeitgemäß, etwa mit reduzierten Saucen, verschiedenen Texturen und gezielt eingesetzten Blüten und Kräutern. Die Weinkarte konzentriert sich auf Burgunderweine – von frischen Aligotés bis zu Pinot Noirs aus der weiteren Region – und macht das Haus besonders interessant für Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber. Wer übernachten möchte, findet in den wenigen Zimmern ein kleines Landhotel mit Fokus auf Genuss, das sich als Ausgangspunkt für weitere Etappen entlang der Route de l’Auxois anbietet.
Flavigny-sur-Ozerain: Anis, Abtei und Dorfidylle
Weiter nördlich führt die Route nach Flavigny-sur-Ozerain, ein Hügeldorf, das zu den charakteristischen Orten im Auxois gehört. Hier entstehen seit Jahrhunderten die Anis de Flavigny – kleine Dragées, bei denen ein Anissamen Schicht für Schicht mit Zuckersirup überzogen wird. Produziert wird heute in der ehemaligen Benediktinerabtei, die nach der Französischen Revolution in Teilen als Manufaktur genutzt wurde und seit 1923 von der Familie Troubat als Confiserie weitergeführt wird.
Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in Produktion, Geschichte und Duftwelt der Bonbons und können anschließend durch die engen Gassen des Dorfes spazieren. Der Rundgang führt vorbei an Steinmauern, kleinen Plätzen und Aussichtspunkten mit Blick auf die Hügellandschaft des Auxois. Wer mehr Zeit einplant, kann in der Abtei die Krypta und Spuren verschiedener Bauphasen von der Karolingerzeit bis zur Gotik entdecken und so die regionale Spezialität mit dem religiösen und kulturellen Erbe des Ortes verbinden.
Eine Route für Genießerinnen und Genießer mit Nachhaltigkeitsfokus
Auch gut zu wissen: Die Route de l’Auxois lässt sich flexibel planen – von einem Tagesausflug ab Dijon mit Stopp in Pouilly-en-Auxois bis zu mehreren Nächten mit Stationen in Pouilly-en-Auxois und Flavigny-sur-Ozerain. Im Mittelpunkt stehen historisches Erbe, zeitgemäße Regionalküche und ein bewusster Umgang mit Mobilität – etwa durch elektrische Schifffahrt, Radwege entlang des Canal de Bourgogne und viele Wege, die sich zu Fuß erschließen lassen.
Ob beim Gleiten durch den Tunnel von Pouilly, bei einem sorgfältig komponierten Menü im Hôtel-Restaurant de la Poste oder beim Öffnen einer Dose Anis de Flavigny: Die Reise bietet Momente, in denen sich Burgund mit allen Sinnen erleben lässt …
Die Route de l’Auxois verläuft im Département Côte-d’Or in Burgund (Frankreich) und verbindet die Region rund um Dijon mit Orten wie beispielsweise Pouilly-en-Auxois und Flavigny-sur-Ozerain. Sie folgt abschnittsweise dem Canal de Bourgogne und führt durch eine hügelige Landschaft mit historischen Dörfern, Schlössern und Wasserwegen.
Für einen ersten Eindruck bzw. einen ersten Überblick genügt ein Tagesausflug ab Dijon mit einem Stopp in Pouilly-en-Auxois und einer Fahrt auf dem Canal de Bourgogne. Wer Dörfer, Kulinarik und Natur in Ruhe erleben möchte, sollte aber schon zwei bis drei Tage mit Zwischenübernachtungen einplanen.
Von Dijon aus ist Pouilly-en-Auxois mit dem Auto (eigenes Auto oder Mietwagen) über Autobahn und Landstraßen in etwa 40 bis 50 Minuten erreichbar; der Ort liegt nahe der A6, der Autoroute du Soleil. In der Hauptreisezeit gibt es zudem regionale Busverbindungen, die sich für Touristinnen und Touristen anbieten.
Die Route de l’Auxois eignet sich für Reisende, die Wert auf nachhaltige Angebote legen – vor allem, weil viele Erlebnisse ohne Auto möglich sind; beispielsweise per elektrisch betriebenem Ausflugsschiff auf dem Canal de Bourgogne, mit dem Fahrrad auf den Treidelpfaden oder zu Fuß durch die Dörfer. Viele Anbieter setzen außerdem auf regionale Produkte, kurze Lieferketten und umweltbewusste Angebote in Unterkünften und Gastronomie.
